Scheitern

Was ist schlimm am Scheitern? Oder bringt uns eigenes Scheitern wirklich weiter?

Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern. (Samuel Beckett)
Es scheint fast so als ob wir in Deutschland in einer Anti-Fehler und Anti-Scheiterkultur leben würden. Sterbende sind sich oft darüber im Klaren, es sind nicht die Fehler die wir zum Lebensende hin bereuen sondern die Dinge die wir nicht getan haben.
Scheitern
©pixabay
Das Scheitern zieht sich durch alle Lebensbereiche. Ich kann einen Zickzacklebenslauf haben. Ich kann mit meiner Selbstständigkeit scheitern. Oder mit meiner Partnerschaft. Scheiterfähig ist, wer sich durch die Tiefs im Leben nicht entmutigen lässt und eine gute Frustrationstoleranz hat. Es gibt eine Chance daran zu wachsen und sich zu fragen was will mir das Scheitern vielleicht sagen.
Hätte es in der der Geschichte der Menschheit kein scheitern gegeben wäre viele Errungenschaften oder Erfindungen nicht entdeckt worden. Wie beispielsweise  die Entdeckung von Amerika, die Entwicklung eines Superklebstoffs, die Entdeckung von Penicillin oder die Entwicklung der Glühbirne, diese und noch viele andere Errungenschaften gehören heute mit zu den bedeutendsten der modernen Zeit.
In der Schule wird ja mit einem strengen Notensystem das Scheitern geradezu in die Angst und in die Selbstzerfleischung gefördert. Gerade junge Menschen sollten experimentieren und Fehler machen dürfen. Fehler sind dann gedankliches Guthaben und kein Anzeichen von Versagen. Aber der Rotstift wird nur allzu oft gezückt. Die Lehrer sollten die Kinder fördern und probieren lassen dürfen. Fehltritte können sozusagen dem eigenen Wachstum dienlich sein. Man sollte endlich das Versagen und Scheitern erlauben und eine gute Einstellung dahingehend fördern.
Der Selbstwert sollte nicht vom Versagen beeinflusst werden. Und Angst vor Fehlern schürt eine gewisse Abhängigkeit, indem ich mich nur geliebt fühle, wenn ich fehlerfrei glänzen kann. Ich sollte meinen Selbstwert nicht von der Topleistung abhängig machen.
Mit Fehlern sollte man pragmatisch umgehen und aus Ihnen lernen und die Angst genommen werden, dass Fehler passieren werden.
Das Scheitern ist ein Prozess und ein Wendepunkt im Leben.

 

Die drei unterschiedlichen Phasen des Scheiterns

 

1. Phase: Geisterfahrerphase
Hier wird beschönigt, verdrängt, verleugnet und ignoriert. Bei der entsprechenden Person überwiegt die Arroganz und Selbstüberschätzung. Warnzeichen und Probleme werden nicht erst genommen und Hilfe wird abgelehnt.
2. Phase: Selbstverleugnungsphase
Hier wird herrscht schon Lethargie, Rückzug und hohe Selbstkritik. Es findet ein Kampf gegen die mächtigen Windmühlen statt. Wir tun uns hervor durch blinden Aktionismus oder durch Abwarten und Aussitzen.
3. Phase: Feindbildphase
Hier findet häufig Reaktion statt, anstatt kluge Aktion. Die Schuld wird auf andere Personen geschoben. Das kann in Firmen zur Insolvenz führen und bei Personen zum Zusammenbruch, Burnout und  Isolation.

 

Meine Buchempfehlung:
Scheitern

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.